Paris. Das traditionsreiche Musik- und Solidaritätsfestival Solidays findet 2026 nicht statt. Grund ist die außergewöhnliche Hitzewelle, die Frankreich derzeit erfasst. Die Behörden in Paris hatten empfohlen, große Freiluftveranstaltungen am Wochenende abzusagen, um Besucher zu schützen und die bereits stark belasteten Rettungsdienste zu entlasten. Auch das Garorock und das Vainstream in Deutschland sind von Wettereignissen betroffen und wurden abgesagt.
Von der Entscheidung betroffen ist auch die 28. Ausgabe des Festivals auf dem Gelände der Pferderennbahn ParisLongchamp. Die Veranstalter kündigten an, dass Solidays 2026 vollständig entfällt und die Rückkehr für 2027 geplant ist.
Solidays zählt zu den größten Musikfestivals Frankreichs und verbindet seit vielen Jahren Live-Konzerte mit sozialem Engagement. Die Einnahmen unterstützen Projekte im Kampf gegen HIV/Aids sowie Initiativen in den Bereichen Gesundheit, Menschenrechte und soziale Hilfe. Jährlich zieht das Festival normalerweise rund 200.000 Besucher an.
Geplant waren für die heurige Ausgabe Auftritte zahlreicher internationaler und französischer Stars, darunter Amelie Lens, BigFlo & Oli, Gazo, Gims, Helena, I Hate Models, Ino Casablanca, Jade, Josman, L2B, La Mano 1.9, La Rvfleuse, Major Lazer, Meryl, Mosimann, Naïka, Nico Moreno, Nina Kraviz, Orelsan, RnBoi, Vald, Vladimir Cauchemar, Todiefor sowie Zara Larsson. Insgesamt sollten an drei Festivaltagen Dutzende weitere Künstlerinnen und Künstler auf mehreren Bühnen auftreten.
Neben Solidays mussten aufgrund der extremen Wetterlage auch weitere Großveranstaltungen in Paris ihre Pläne ändern oder absagen. Die Kombination aus Rekordtemperaturen und angekündigten Unwettern führte zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen.
Für Ticketinhaber sollen Rückerstattungen möglich sein. Nach Angaben des Ticketdienstleisters können Anträge innerhalb der vorgesehenen Fristen eingereicht werden. Die Veranstalter wollen weitere Informationen zur Abwicklung auf ihren offiziellen Kanälen veröffentlichen.
Auch andere Festivals in Europa wurden 2026 von extremen Wetterbedingungen beeinträchtigt. Das Vainstream Festival in Münster musste am Samstagabend aus Sicherheitsgründen vorzeitig beendet werden. Nach Angaben der Veranstalter erfolgte die Entscheidung auf Empfehlung von Behörden und Meteorologen, da eine Gewitterfront mit möglicher Blitzschlaggefahr auf das Festivalgelände zuzog. Zwar zog das Hauptgewitter letztlich vorbei, dennoch hatte der Schutz der Besucher oberste Priorität.
In Frankreich traf es zudem das Garorock Festival. Aufgrund einer von Météo-France ausgerufenen Unwetterwarnung für das Département Lot-et-Garonne wurden am Samstag sämtliche Konzerte evakuiert und abgesagt. Bereits das für Donnerstag geplante Warm-up-Programm war vorsorglich gestrichen worden. Die wetterbedingten Einschränkungen verdeutlichen, wie stark extreme Hitze und Unwetter inzwischen den europäischen Festivalsommer beeinflussen.