Foo Fighters in Wien: Drei Stunden pure Rock-Energie im Happel-Stadion

Foo Fighters in Wien: Drei Stunden pure Rock-Energie im Happel-Stadion



04. Juli 2026 · 3 Min Lesezeit
Erstellt von: L. Steiner

03
Jul 2026

Foo Fighters

Ernst Happel Stadion - Wien, Österreich

Wien - Nach elf langen Jahren der Abwesenheit kehrten die Foo Fighters endlich wieder auf Wiener Boden zurück – und das mit einer Wucht, die das ehrwürdige, wenn auch in die Jahre gekommene Ernst-Happel-Stadion bis in seine Grundfesten erschütterte. Vor rund 55.000 begeisterten Fans lieferte die Band um Mastermind Dave Grohl eine dreistündige Rock-Messe ab, die eindrucksvoll bewies, warum diese Formation auch nach über drei Jahrzehnten Bandgeschichte mühelos die größten Stadien der Welt füllt.




Ein Hit-Feuerwerk ohne Schnickschnack

Die US-Rocker verzichteten auf pompöse Show-Gimmicks oder übertriebene Effekte. Stattdessen setzten sie auf eine fulminante Bühne, gigantische Videowalls und die pure, rohe Kraft des Rock ’n’ Roll. Der mittlerweile 57-jährige Dave Grohl präsentierte sich in absoluter Höchstform. Schon nach den ersten Songs schweißnass, peitschte er das Publikum mit seiner unverkennbaren, rauen Energie an.



Wer das Set mit einer solchen Dichte an Welthits wie „All My Life“, „The Pretender“, „Times Like These“ und „Learn To Fly“ eröffnen kann, hat das Spiel eigentlich schon nach einer Dreiviertelstunde gewonnen. Die Band präsentierte sich perfekt eingespielt. Neben Grohl überzeugte die bewährte Riege aus Nate Mendel, Pat Smear, Chris Shiflett, Rami Jaffee sowie Ilan Rubin an den Drums, der den 2022 tragisch verstorbenen Taylor Hawkins würdig vertrat.

Fokus auf die Klassiker, Mut zur Pause

Interessant war die Setlist-Politik: Obwohl die Band erst im April ihr zwölftes Studioalbum „Your Favorite Toy“ veröffentlicht hatte, spielten die neuen Songs an diesem Abend kaum eine Rolle. Maximal drei neue Nummern schafften es ins Set – Grohl weiß eben genau, dass die Massen für die alten Gassenhauer gekommen sind.

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Lange haben wir gewartet - und die Freude war riesig, die Foos endlich wieder auf österreichischem Boden abzufeiern! Was für eine Show!

Zwischen dem brachialen Gitarren-Gewitter gab es jedoch auch Raum für leisere, intimere Momente. Akustische Versionen von „Wheels“ oder dem Klassiker „Big Me“ (vom 1995er Debütalbum) sorgten für Gänsehautmomente und zeigten die stilistische Bandbreite der Gruppe. Zwar kämpfte die Band phasenweise mit dem berühmt-berüchtigten, breiigen Sound des Happel-Stadions, doch die schiere Spielfreude und der enorme Mitsingfaktor machten diese akustischen Defizite im Laufe des Abends locker wett.

Starkes Vorprogramm aus Großbritannien

Schon am späten Nachmittag wurde das Publikum bei sommerlichen Temperaturen bestens eingeheizt. Den Anfang machten die Newcomer Fat Dog, die mit ihrem energiegeladenen Post-Punk und einer wilden Performance von Frontmann Joe Love für mächtig Bewegung im noch spärlich gefüllten Oval sorgten.

Direkt im Anschluss übernahmen die britischen Post-Punk-Schwergewichte Idles. Mit gewohnter Anarchie, exzentrischen Outfits (Gitarrist Mark Bowen glänzte im rosa Torwartdress) und politisch geladenen Ansagen von Frontmann Joe Talbot lieferten sie ein dissonantes, aber hochintensives Set ab, das beim Wiener Publikum bleibenden Eindruck hinterließ.

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Fazit: Erschöpft, aber glücklich

Als die Foo Fighters nach drei Stunden Dauergas mit ihrem traditionellen Rausschmeißer „Everlong“ den Abend beendeten, passend eingeleitet durch den Song „Exhausted“, sprach das wohl vielen Fans aus der Seele. Es war ein ausufernder, schweißtreibender und intensiver Konzertabend. Die Foo Fighters haben gezeigt, dass echter, handgemachter Rock ’n’ Roll auch im Jahr 2026 nichts von seiner Relevanz verloren hat. Eine triumphale Rückkehr.

Die komplette Foo Fighters Setlist aus Wien:

All My Life
The Pretender
Times Like These
Rope
Stacked Actors
My Hero
Learn to Fly
These Days
Walk
This Is a Call
No Son of Mine 

B-Stage (Acoustic):

Wheels
Marigold (Late! Cover)
Window
Big Me
Under You (Dave solo electric)
La Dee Da
Run
Band Introduction (Invincible / Seven / One Headlight / Manimal / Tap Dancing in a Minefield)
Monkey Wrench
Breakout
The Sky Is a Neighborhood
Aurora
Best of You

Encore:

The Teacher
Exhausted
Everlong

Bewertung: 9 von 10 Punkten



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